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Januar 2018: Den demografischen Herausforderungen entgegentreten und damit Preise gewinnen

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass sich der demographische Wandel in den ostdeutschen Ländern stärker niederschlägt als in den Regionen Süd- und Westdeutschlands. Allein in der Zeit von 1991 bis 2012 nahm die ostdeutsche Bevölkerung um knapp zwei Millionen Personen ab. Prognosen des Statistischen Bundesamtes für die Zeit zwischen den Jahren 2009-2030 gehen davon aus, dass abgesehen vom Großraum Berlin und boomenden Städten wie Dresden oder Leipzig, die Bevölkerungsanzahl um voraussichtlich weitere 10 % abnimmt.

Die sinkende Bevölkerungsanzahl, insbesondere in der Gruppe der unter 20-Jährigen, ist nur ein Treiber der demografischen Dynamik in Ostdeutschland. Weitere Faktoren sind die niedrige Geburtenrate und die zunehmende Lebenserwartung.

Auf der Internetseite der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer heißt es dazu:

Diesen Trend können viele Regionen, wie in den ostdeutschen Flächenländern zu beobachten ist, nicht aus eigener Kraft aufhalten, geschweige denn umkehren. Zum Erhalt der Lebensqualität und einer angemessenen Grundversorgung der Bevölkerung sowie zur Belebung der regionalen Wirtschaft sind gezielte Unterstützungsmaßnahmen von Politik und Wirtschaft erforderlich“.

Wie man dem demografischen Wandel entgegentritt, zeigt der SCHULEWIRTSCHAFT Arbeitskreis Wanzleben Oschersleben im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Zwischen 1990 und 2015 sank die Gesamtbevölkerung im Landkreis um 9,4 % und dieser Trend soll sich fortsetzen (Quelle: Demographie-Monitor Sachsen-Anhalt). Das Hauptziel des Arbeitskreises ist deshalb, Jugendlichen eine optimale Berufsberatung zu bieten, den Fachkräftenachwuchs in der Region zu sichern und die Vorteile vom „Hierbleiben“ aufzuzeigen.

Besonders aktiv ist der Arbeitskreis bei der Organisation von Berufsfindungsmessen in der Region. Die Mitglieder aus Kammern, Betrieben, Arbeitsagenturen, Schulen und Krankenkassen legen bei ihren Aktivitäten den Fokus auf handwerkliche Berufe. Eines der größten Erfolgskonzepte ist das Projekt „Kreiselpumpe“, das über die Grenzen von Sachsen-Anhalt hinaus Aufmerksamkeit erlangte. Bei dem Projekt handelt es sich um ein Praktikumsangebot, das Schülern in nur zwei Wochen Einblick in vier Ausbildungsberufe bietet und an dessen Ende die Instandsetzung einer Kreiselpumpe steht. Über dieses Beispiel berichtete das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Ostdeutschland bereits im Mai 2017.

Wer sich in diesem Umfang einbringt, kann damit auch Preise bekommen: Im November 2017 gewann der Arbeitskreis für sein überdurchschnittliches und ehrenamtliches Engagement den 1. Platz beim „Demografiepreis Sachsen-Anhalt“ in der Kategorie „Gestalten – bewährte Fachkräfte halten – neue Spezialisten begeistern“. Die Vorsitzenden des Arbeitskreises Petra Gerloff (Schule) und Lars Wärmer (Wirtschaft) nahmen den Preis zusammen mit zwei weiteren Akteuren im Palais am Fürstenwall in Magdeburg entgegen.

Alle Mitglieder des Arbeitskreises wollen auch in Zukunft mit dem Ziel der regionalen Fachkräftebindung effektiv zusammenarbeiten und so die demografischen Herausforderungen vor Ort bewältigen.

Fragen zu diesem Beispiel, können Sie an folgenden Kontakt richten:

Yvonne Janausch
Leiterin Geschäftsstelle Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt e.V.
Halberstädter Str. 42
39112 Magdeburg

Tel.:     0391 74469-671
Mail:    Yvonne.Janausch@bwsa-group.de