Fahrradwerkstatt Sachsen

August 2017: Fahrradwerkstattprojekt zur Integration Geflüchteter und zugereister Mitbürger

In Zusammenarbeit vom Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft und von der Stadtverwaltung Werdau wird zugereisten Mitbürgern die Integration in das Leben der Stadt erleichtert. Neben der Weiterentwicklung der positiven Arbeits- und Lebenskultur, ist es erklärtes Ziel, Fachkräfte in der Region zu halten, Migranten in der Stadt und deren Ortsteilen sesshaft werden zu lassen und in die ansässigen Unternehmen einzugliedern. Zudem kann die Erweiterung und Ansiedlung von Unternehmen als Grundvoraussetzung für Wohlstand in der Region nur dann erfolgen, wenn auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Obwohl das Wort „Willkommenskultur“ längst in aller Munde ist, ist die Integration ausländischer Beschäftigter noch lange kein Selbstläufer. Bei ausländischen Fachkräften kommen neben Sprachbarrieren, verschiedene kulturelle Hintergründe und ein neues soziales Umfeld hinzu. Gleichwohl gibt es darüber hinaus hier und dort zu überwindende Berührungsängste in den Belegschaften. Ziel der gemeinsamen Projektarbeit ist es, Wege zur Lösung dieser Herausforderungen zu schaffen.

Dazu wurde am Werdauer Standort des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft (bsw) eine sogenannte „Schrauberwerkstatt“ eingerichtet. In der zunächst geförderten Maßnahme wurden gebrauchte Fahrräder aufbereitet und wieder verkehrstauglich gemacht. Unter fachlicher Anleitung und in Kombination mit pädagogischer und sprachlicher Begleitung werden in Kleingruppen Leben, Sprache und Arbeit miteinander verknüpft und Berührungsängste auf beiden Seiten abgebaut. Darüber hinaus stehen am „Ende des Tages“ haptische Ergebnisse als Resultat täglicher Integrationsarbeit.

Die aufbereiteten Räder werden danach in Kooperation mit Händlern und Fahrradverleihen an Tagestouristen, Hotels und Bildungseinrichtungen vermietet. „Interesse und Kooperationspartner in der Stadt sind von Beginn an vorhanden“, freut sich der Leiter des bsw-Bildungsstandortes, Jens Särchinger. „Das einzige, was anfangs fehlte, waren alte Fahrräder.“ Und so riefen die Stadtverwaltung, die von Anfang an das Projekt begleitete, und das bsw dazu auf, ältere und nicht mehr genutzte Fahrräder zu melden bzw. für das Projekt zu spenden.

Die Resonanz und die erfolgreiche (Integrations)Arbeit trugen letztlich dazu bei, dass im Lutherjahr 2017, im Rahmen dessen die Stadt Wittenberg eine Vielzahl von Events und Veranstaltungen plant, das Werdauer Fahrradprojekt einer der wesentlichen aktiven Unterstützer des Vereins „Reformationsjubiläum 2017 e.V.“ geworden ist. Die Pleißestädter unterstützen die Lutherstadt Wittenberg bei ihrem Vorhaben, ein Fahrrad bzw. eine Fahrradkombination zu konstruieren, die auf dem Festgelände für Ordnung und Sauberkeit sorgen wird. Was genau entstehen wird, stimmt die Stadt gemeinsam mit dem Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft und den beteiligten Flüchtlingen ab.

Im bsw-Bildungszentrum Werdau erwerben seit Oktober 2015 asylsuchende Personen Sprach- und Berufskenntnisse, lernen die Arbeits- und Lebenskultur der Stadt kennen und erfahren, was sie selbst für die Integration in das neue Umfeld tun können. Als Partner, der von Beginn an integrative Arbeit mit Beschäftigungsperspektive verknüpft, wird sich das bsw auch künftig engagieren, um das Miteinander vor Ort und überregional proaktiv mit zu gestalten.

Rückfragen dazu beantwortet Ihnen gerne Jens Särchinger vom Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH.

Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH
Herr Jens Särchinger
Bildungszentrum Werdau
Greizer Straße 12
08412 Werdau

Tel. 03761 888030

E-Mail: jens.saerchinger@bsw-mail.de

Bildnachweis: Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH